Woran Sie einen PV-Betrieb erkennen, den es in 20 Jahren noch gibt
Eine Solaranlage hält 25 Jahre und länger. Viele Firmen, die sie verkaufen, nicht. Eigensonne, Wegatech, Solarmax und andere haben in den letzten zwei Jahren aufgegeben – und jetzt hat auch EKD Insolvenz beantragt, ein Anbieter mit über 45.000 Kundenanlagen. Mit der Firma verschwinden die Gewährleistung und der Ansprechpartner, manchmal sogar die Garantie. Woran Sie vor der Unterschrift erkennen, ob es Ihren Anbieter noch gibt, wenn Sie ihn brauchen.
Veröffentlicht bei pv magazine: Unsere Warnung an EKD-Kunden vor teurer KündigungSie haben schon einen EKD-Vertrag unterschrieben, aber es wurde noch nichts gebaut? Für EKD-Kunden bauen wir bundesweit – garantiert nicht teurer als Ihr EKD-Vertrag.
1. Das größte Garantierisiko steht in keinem Datenblatt
Wer PV-Angebote vergleicht, vergleicht Module, Wechselrichter, Speicher, Garantiejahre und den Preis je Kilowatt-Peak. Das ist richtig, aber es fehlt die wichtigste Zeile: Gibt es die Firma noch, wenn Sie sie brauchen?
Eine Photovoltaikanlage ist auf 25 bis 30 Jahre ausgelegt. In dieser Zeit passiert fast immer etwas: Ein Wechselrichter hält erfahrungsgemäß 10 bis 15 Jahre, ein Speicher meldet einen Fehler, nach einem Sturm muss jemand aufs Dach, oder das Dach selbst wird saniert und die Module müssen herunter und wieder hinauf. Jedes Mal brauchen Sie einen Betrieb, der Ihre Anlage kennt.
Und die Garantien, die im Angebot so beruhigend aussehen, sind nur so viel wert wie die Firma dahinter:
- Die gesetzliche Gewährleistung – in der Regel fünf Jahre bei einer Anlage am Gebäude – richtet sich gegen Ihren Vertragspartner. Geht er pleite, ist sie praktisch verloren.
- Eine Herstellergarantie bleibt bestehen – aber nur, wenn der Hersteller ein anderes Unternehmen ist als Ihr Anbieter. Gehören beide zum selben Konzern, kann die Garantie mit derselben Pleite fallen.
Das Pleiterisiko Ihres Anbieters ist das größte Garantierisiko Ihrer Anlage – und das einzige, das in keinem Datenblatt steht.
Wie das konkret aussieht, zeigt gerade EKD: Der hauseigene Speicher Ampere.StoragePro hat eine Garantie von einer Firma, die laut Handelsregisterdaten zur selben Unternehmensgruppe gehört. Was das für die Kunden bedeutet, haben wir hier aufgeschrieben: EKD-Insolvenzverfahren: Was wird jetzt aus Ihrer Garantie?
2. Warum gerade so viele Solarfirmen aufgeben
Nach dem Ansturm von 2023 werden deutlich weniger Anlagen gebaut. In unseren eigenen Auswertungen des Marktstammdatenregisters für den Raum Heilbronn kamen 2025 in Weinsberg rund 43 Prozent weniger neue Dachanlagen dazu als im Jahr davor, in Bad Friedrichshall rund 20 Prozent weniger. Wer seine Kosten auf den Boom ausgerichtet hat, gerät in so einer Phase schnell unter Druck.
Besonders anfällig ist ein bestimmtes Muster: Firmen, die mit Geld von Investoren schnell groß werden sollten, über tausende Vertreter verkauften und über fremde Partnerbetriebe montierten. Dieses Modell hat hohe Fixkosten und kaum Puffer. Und es hängt an Geldgebern, die irgendwann Rendite sehen wollen – bei EKD hat der Finanzinvestor im September 2026 die weitere Finanzierung eingestellt, wenige Tage später folgte der Insolvenzantrag.
Ein Familienbetrieb funktioniert anders. Er wächst langsamer, aber niemand von außen kann ihm den Geldhahn zudrehen. Und wenn er mehrere Standbeine hat, trägt ihn ein schwaches Jahr in einem Bereich, statt ihn umzuwerfen.
Für Ihre Entscheidung heißt das: Schauen Sie nicht nur auf das Angebot, sondern auf den Betrieb dahinter. Und wenn Sie wissen wollen, was eine ordentliche Anlage bei einem solchen Betrieb kostet: unsere Preise stehen offen da.
3. Das Problem mit dem Vertreter an der Haustür
Viele große Anbieter verkaufen über freie Handelsvertreter. Der Vertreter ist nicht bei der Firma angestellt, die Ihnen die Anlage verkauft, und er montiert sie auch nicht. Montiert wird von einem Partnerbetrieb, den Sie bei der Unterschrift oft noch gar nicht kennen. Ihr Vertragspartner wiederum ist eine dritte Firma, meist weit weg.
Bei EKD kam ein freier Vertreter an die Haustür. Nach der Unterschrift war er weg, montiert hat oft ein fremder Partnerbetrieb – und wer heute für Ihren Auftrag geradesteht, ist für viele Kunden offen.
Solange alles läuft, merkt man davon nichts. Sobald etwas schiefgeht, zeigen alle drei auf einen anderen: Der Vertreter ist nicht mehr erreichbar, der Partnerbetrieb hatte nur einen Montageauftrag, und der Vertragspartner sitzt in einer fernen Zentrale – oder gibt es nicht mehr.
Bei uns ist das bewusst anders: Bei uns berät der Betrieb selbst, und wer berät, ist auch in 20 Jahren noch erreichbar. Beratung, Planung, Montage und Anmeldung laufen über einen Vertrag und einen Ansprechpartner, und der sitzt in Leingarten.
Am Telefon sprechen Sie mit unserem Team, nicht mit einem Vertreter. Wir beantworten Ihnen jede Frage aus der Checkliste unten – auch die unbequemen.
4. Der Anbieter-Check: acht Fragen vor der Unterschrift
Diese acht Fragen können Sie jedem Anbieter stellen, auch uns. Klicken Sie für Ihr Angebot durch, was Sie wissen – am Ende sehen Sie, wo Sie noch nachfragen sollten. Der Check läuft nur in Ihrem Browser, es wird nichts gespeichert und nichts verschickt.
1 Berät Sie jemand, der beim Anbieter selbst arbeitet – und nicht ein freier Vertreter?
2 Wissen Sie, wer auf Ihrem Dach montiert – und haftet Ihr Vertragspartner für diese Arbeit?
3 Kommt die Garantie auf Speicher und Wechselrichter von einem unabhängigen Hersteller – nicht aus dem Konzern des Anbieters?
4 Hat der Betrieb einen Sitz in Ihrer Region, den Sie im Zweifel selbst aufsuchen können?
5 Gibt es die Firma seit vielen Jahren, und gehört sie den Menschen, die sie führen – nicht einem Finanzinvestor?
6 Hat der Betrieb mehr als ein Standbein – oder lebt er allein vom Verkauf neuer PV-Anlagen?
7 Ist klar, welcher eingetragene Elektrofachbetrieb Ihre Anlage beim Netzbetreiber anmeldet?
8 Haben Sie für die Zeit nach der Montage einen festen Ansprechpartner mit Telefonnummer?
Je mehr Fragen Sie mit Ja beantworten können, desto besser stehen die Chancen, dass Ihr Anbieter auch in 20 Jahren noch für Sie da ist.
5. Garantie: worauf Sie im Angebot achten sollten
Garantiejahre lassen sich leicht in ein Angebot schreiben. Entscheidend ist, wer sie gibt und unter welchen Bedingungen:
- Wer ist der Garantiegeber? Steht im Angebot ein bekannter Hersteller oder eine Eigenmarke des Anbieters? Bei einer Eigenmarke fragen Sie, welches Unternehmen die Garantie gibt und ob es zum selben Konzern gehört.
- Ist die Garantie unabhängig vom Anbieter durchsetzbar? Sie brauchen die Garantieurkunde oder die Garantiebedingungen des Herstellers, nicht nur einen Satz im Angebot.
- Was deckt sie ab? Manche Garantien ersetzen nur das Gerät, nicht den Aus- und Einbau. Das macht bei einem Wechselrichter schnell mehrere hundert Euro aus.
- Ist sie zusätzlich abgesichert? Einige Hersteller sichern ihre Garantien über eine Versicherung ab, die auch dann zahlt, wenn es den Hersteller nicht mehr gibt. Fragen Sie danach.
Bei uns steht jede Komponente mit Hersteller und Leistung im Angebot. Wir verbauen Markenkomponenten namhafter Hersteller; welche Marke es genau wird, hängt davon ab, was zum Zeitpunkt der Beschaffung die beste verfügbare Ware ist – zugesagt wird mindestens die gleiche Leistung, Qualität und die gleichen Garantiebedingungen wie bei den genannten Referenzprodukten. Die Module haben 25 Jahre Produktgarantie. Welche Technik wir aktuell verbauen, sehen Sie bei unseren Paketen.
6. Was kein Beweis für Sicherheit ist
Ein paar Signale wirken beruhigend, sagen über die Zukunft eines Anbieters aber wenig:
- Größe. Über 45.000 gebaute Anlagen, ein dreistelliger Millionenumsatz und ein bekannter Gründer haben EKD nicht vor dem Insolvenzantrag bewahrt.
- Ein bekanntes Gesicht. Ein prominenter Gründer oder ein Werbegesicht sagt nichts darüber, wem die Firma heute gehört und wie sie finanziert ist.
- Sterne allein. Bewertungen erzählen, wie Beratung und Montage gelaufen sind. Ob die Firma in zehn Jahren noch da ist, erzählen sie nicht.
- Ein Angebot, das nur heute gilt. Zeitdruck ist ein Verkaufswerkzeug, keine Kalkulation. Ein seriöser Betrieb lässt Ihnen Zeit zum Vergleichen.
Wie Sie Angebote auch beim Preis sauber vergleichen, steht in unserem Beitrag PV-Angebote vergleichen: worauf es wirklich ankommt. Und wer bereits eine Anlage oder einen Vertrag bei EKD hat, findet hier, wie es weitergeht: EKD-Anlage nicht gebaut oder halb fertig?
7. Wie wir es machen
Wir sind ein Familienbetrieb, seit 1972 in Leingarten und heute in dritter Generation. Photovoltaik planen und bauen wir seit einem knappen Jahrzehnt, daneben Innenausbau, Neubau und Sanierungen – mehrere Standbeine, die sich gegenseitig tragen.
- Der Betrieb berät selbst. Kein Vertreter, kein Callcenter. Sie sprechen mit unserem Team, und das Team kennt danach Ihre Anlage.
- Festpreis von Anfang an. Unsere Preise stehen offen auf der Website, Gerüst, Montage, Inbetriebnahme und Anmeldung sind enthalten.
- Ein Vertrag, ein Ansprechpartner. Von der Planung bis zur Anmeldung beim Netzbetreiber – und danach.
- Vor Ort. Benzstraße 35 in Leingarten, für den Raum Heilbronn, rund 30 Kilometer im Umkreis.
Sie haben schon einen EKD-Vertrag unterschrieben, aber es wurde noch nichts gebaut? Für EKD-Kunden bauen wir bundesweit – garantiert nicht teurer als Ihr EKD-Vertrag.
Uns gibt es auch in 20 Jahren noch.
Unsere drei Pakete stehen mit Festpreis auf der Website. Wenn Sie danach Fragen haben, rufen Sie an oder lassen Sie sich zurückrufen – in der Regel innerhalb von 24 Stunden (werktags).
Häufige Fragen
Die gesetzliche Gewährleistung richtet sich gegen Ihren Vertragspartner und ist bei dessen Insolvenz praktisch verloren. Herstellergarantien auf Module, Wechselrichter oder Speicher bleiben bestehen, solange es den Hersteller gibt – es sei denn, der Hersteller gehört zum selben Konzern wie der Anbieter.
An klaren Antworten auf einfache Fragen: Wer berät mich, wer montiert, wer gibt die Garantie, wo sitzt der Betrieb, wem gehört er, wovon lebt er außer Photovoltaik, wer meldet die Anlage beim Netzbetreiber an und wen rufe ich nach der Montage an. Ein seriöser Betrieb beantwortet jede dieser Fragen ohne Ausweichen.
Im Handelsregister sehen Sie kostenlos, seit wann eine Firma eingetragen ist, wer sie führt und wo sie ihren Sitz hat. Jahresabschlüsse von GmbHs sind im Unternehmensregister veröffentlicht. Ein junges Gründungsdatum ist kein Ausschlussgrund, aber ein Grund, genauer nachzufragen.
Nicht automatisch. Größe sagt wenig darüber, ob ein Anbieter in 20 Jahren noch existiert. Entscheidend ist, wie er finanziert ist, ob er mehrere Standbeine hat und ob Beratung, Montage und Service in einer Hand liegen. Auch Anbieter mit zehntausenden Anlagen haben in den letzten Jahren aufgegeben.
Bei diesem Modell sind oft drei Parteien beteiligt: ein freier Vertreter, der verkauft, ein Partnerbetrieb, der montiert, und ein Vertragspartner, der weit weg sitzt. Solange alles läuft, fällt das nicht auf. Gibt es ein Problem, ist der Vertreter nicht mehr erreichbar und der Montagebetrieb nicht zuständig.
Jeder Elektrofachbetrieb mit Erfahrung in Photovoltaik kann eine bestehende Anlage warten, Fehler suchen und Bauteile tauschen. Er haftet aber nur für seine eigene Arbeit, nicht für die des insolventen Vorgängers. Sichern Sie deshalb Rechnungen, Garantieurkunden, Seriennummern und das Inbetriebnahmeprotokoll.
Quellen
- Taucha kompakt: Energiekonzepte Deutschland soll morgen Insolvenz anmelden, 30.09.2026
- Wikipedia: Energiekonzepte Deutschland
- North Data: AMPERE German Electric Innovation GmbH, Amtsgericht Leipzig HRB 39230
- agrarheute: Pleitewelle bei Solarfirmen
- photovoltaik.info: Insolvenz des PV-Anbieters: Garantie und Gewährleistung
- § 634a BGB – Verjährung der Mängelansprüche
- Gemeinsames Registerportal der Länder: handelsregister.de, und Unternehmensregister
- Bundesnetzagentur: Marktstammdatenregister, eigene Auswertung nach Postleitzahl

Marvin Schönwald
Geschäftsführer Schönwald Handwerkerservice
Marvin Schönwald führt den Handwerkerservice in dritter Generation und ist zugleich Geschäftsführer von Schönwald Immobilien. Seit über einem Jahrzehnt begleitet er Bauherren im Raum Heilbronn – von der Sanierung bis zur Photovoltaikanlage, die der Betrieb seit einem knappen Jahrzehnt plant und baut. Er weiß, dass eine Anlage auf dem Dach eine Beziehung über Jahrzehnte ist – und dass sie nur so gut ist wie der Betrieb, der dahintersteht.